Zeppelintribüne, Nürnberg
Grundlagenermittlung, Monitoring und Fachplanung
Objekt
Von 1933-39 nutzten die Nationalsozialisten das „Zeppelinfeld“ mit Haupttribüne und Zuschauerwällen für die jährlichen Reichsparteitage mit bis zu 200.000 Menschen. 1945 sprengte die US-Army das Hakenkreuz auf der Haupttribüne und nutzte fortan den Ort als Freizeitgelände (Soldier Field). Mit dem Abzug der US-Armee 1995 wurde das Gelände der Stadt Nürnberg übergeben. Diese will den zunehmenden baulichen Verfall stoppen und die Bauten in ihrem heutigen Zustand erhalten. Zeppelintribüne und -feld sind als Einzeldenkmal in die Denkmalliste Bayern eingetragen.
Projekt
Zur Vorbereitung der Sanierung wurde ProDenkmal beauftragt, an ausgewählten Flächen naturwissenschaftliche Untersuchungen, bauliche Konsolidierungsmaßnahmen und musterhafte Teilinstandsetzungen durchzuführen und diese durch Monitoringmaßnahmen abschließend zu bewerten.
Auf dieser Grundlage konnten verschiedene Instandsetzungs-varianten überprüft werden, die als Entscheidungsvorlage der Gesamtinstandsetzung dienen.
Bauherr
Stadt Nürnberg - Hochbauamt
Projektzeitraum
2014 - 2021 Grundlagenermittlung und Monitoring
2021 - 2028 Fachplanung Naturstein
Material
Mauerwerk - Kalkstein (Auerkalk) - Versetzmörtel - Betonwerkstein
Grundlagenermittlung
Die Schwerpunkte der Voruntersuchungen lagen auf der Bewertung der vor-
handenen Bausubstanz, der Ermittlung von Materialeigenschaften sowie der
Feuchte- und Schadsalzbelastung als Grundlage für die Natursteininstandset-
zung. Des Weiteren standen Untersuchungen im Fokus, welche für die trag-
werksplanerische Bewertung relevant sind.
Es wurden zahlreiche Schadensursachen identifiziert. Das Objekt zeigt die
extremsten Schadensformen, wenn die Bausubstanz keine geregelte Wasser-
führung und -ableitung aufweist und zugleich bauzeitlich schlechte Kalkstein-
qualitäten verbaut wurden. An sämtlichen Kalksteinoberflächen liegt mäßiger
bis extrem starker Handlungsbedarf vor.
Referenzflächen und Monitoring
Ziel war die Überprüfung der in den Jahren 2015 bis 2016 angelegten Muster-
flächen an der Stufenanlage und an der Wand. Der Zeitraum des Monitorings
wurde ursprünglich auf 4 Jahre mit einer jährlichen Untersuchungskampagne
festgelegt. Das Monitoring begann im Jahr 2017, etwa ein Jahr nach Fertig-
stellung der Muster.
An den Musterflächen der Stufenanlage und der Wand wurden unterschiedliche Maßnahmen erprobt und verschiedene Materialien
eingesetzt. Die Dauerhaftigkeit der ausgeführten Maßnahmen und Materialien
divergieren. Im Fokus des Monitorings stehen folgende Fragen, welche tech-
nische Ausführung und welche Materialien geeignet und dauerhaft sind. Das
Monitoring ist demnach von hoher Relevanz für die anstehende Planung an
der Gesamtanlage. Insbesondere betrifft es die Prognose zur Dauerhaftigkeit
und auch die Wirtschaftlichkeit der zu planenden Maßnahmen. Die Auswer-
tung der ausgeführten Maßnahmen bezieht sich auf über 300 Einzelmaßnah-
men an der Stufenanlage und über 500 Einzelmaßnahmen an der Wand.